8 Wochen vorher: kündigen und den Rahmen festlegen
Acht Wochen klingen nach viel Zeit. Sind sie nicht, sobald die Kündigungsfrist ins Spiel kommt.
Mietvertrag prüfen und kündigen. Für Mieter gilt bei Wohnraum in der Regel eine Frist von drei Monaten.
Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und dem Vermieter zugehen. Abgeschickt reicht nicht. Rechnen Sie Tage für den Postweg ein oder übergeben Sie persönlich gegen Empfangsbestätigung.
Renovierungspflicht im Mietvertrag nachlesen. Steht dort etwas zu Schönheitsreparaturen? Viele dieser Klauseln sind unwirksam. Trotzdem sollten Sie früh wissen, worüber Sie mit dem Vermieter sprechen. Muss tatsächlich gestrichen werden, brauchen Sie dafür Zeit zwischen Auszug und Übergabe.
Neue Wohnung: Übergabetermin klären. Ab wann haben Sie Zugang? Liegt zwischen Auszug und Einzug eine Lücke, muss der Hausrat dazwischen untergebracht werden.
Erste Angebote einholen. Umzugsfirmen sind zum Monatsende und im Sommer früh gebucht. Wer früh fragt, hat die Wahl beim Termin.
Umfang grob schätzen. Als Faustregel rechnet man mit 0,2 bis 0,3 Kubikmetern Umzugsgut pro Quadratmeter Wohnfläche. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kommt also auf etwa 15 bis 20 Kubikmeter.
6 Wochen vorher: beauftragen und freinehmen
Umzugsfirma beauftragen. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern was enthalten ist. Ein Festpreis mit Abbau und Aufbau der Möbel ist leichter zu vergleichen als ein Stundenpreis mit vielen Zusatzposten.
Lassen Sie sich die Leistungen schriftlich geben.
Urlaub beantragen. Rechnen Sie mit zwei Tagen: einen für den Umzug, einen für die Übergabe und die ersten Wege.
Sonderurlaub prüfen. Manche Tarifverträge und Arbeitsverträge sehen für einen Umzug einen freien Tag vor. Fragen Sie in der Personalabteilung nach.
Kinderbetreuung und Schule klären. Schulwechsel und Betreuung am Umzugstag brauchen Vorlauf.
4 Wochen vorher: aussortieren und Material besorgen
Jetzt beginnt der Umzug tatsächlich.
Aussortieren, bevor Sie packen. Das senkt die Kosten am stärksten. Jeder Kubikmeter, den Sie nicht mitnehmen, kostet nichts an Transport und Arbeitszeit. Gehen Sie Raum für Raum durch und trennen Sie in vier Gruppen: mitnehmen, verkaufen, verschenken, entsorgen.
Sperrmüll anmelden. Jede Kommune regelt das anders: Manche holen auf Abruf ab, andere arbeiten mit festen Terminen oder nur mit dem Wertstoffhof. Fragen Sie früh bei Ihrer Gemeinde nach, nach dem Umzug ist es zu spät.
Entrümpelung planen, wenn mehr zusammenkommt, als eine Sperrmüllabholung fasst. Keller, Dachboden und Garage werden bei fast jedem Umzug unterschätzt.
Umzugskartons besorgen. Als grobe Faustregel rechnet man mit 10 bis 15 Kartons pro Person, bei vielen Büchern deutlich mehr.
Packmaterial: Luftpolsterfolie, Packpapier, Klebeband, wasserfester Stift, Kabelbinder, Müllsäcke.
Verträge kündigen oder ummelden: Strom, Gas, Internet, Telefon. Beim Internet gilt: Kann der Anbieter am neuen Ort nicht liefern, dürfen Sie mit einer Frist von einem Monat kündigen. Melden Sie also erst den Umzug, statt vorschnell zu kündigen.
Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post einrichten. Er lässt sich im Voraus beauftragen und leitet Ihre Post für sechs oder zwölf Monate weiter.
2 Wochen vorher: packen und Zufahrt sichern
Halteverbotszone beantragen. Die Genehmigung beantragen Sie bei der Stadt oder Gemeinde, für beide Adressen. Fragen Sie dort nach Bearbeitungszeit und Gebühr. Ohne Halteverbotszone parkt der Wagen dort, wo gerade Platz ist, und jeder zusätzliche Meter Tragweg kostet Zeit.
Möbellift klären, wenn ein Treppenhaus zu eng ist oder kein Aufzug da ist.
Packen beginnen. Fangen Sie mit dem an, was Sie nicht täglich brauchen: Keller, Dachboden, Bücher, Dekoration, Wintersachen.
Kartons richtig beschriften. Auf jeden Karton gehören zwei Angaben: der Raum, in den er soll, und was drin ist. Schreiben Sie auf zwei Seiten, nicht auf den Deckel, damit man es auch im Stapel lesen kann.
Schwere Sachen in kleine Kartons. Bücher in einem großen Karton reißen ihn auf oder machen ihn untragbar.
Nachbarn informieren. Ein kurzer Zettel im Treppenhaus erspart Ärger am Umzugstag.
1 Woche vorher: der Endspurt
Kühlschrank und Gefriertruhe abtauen. Das braucht ein bis zwei Tage und wird oft vergessen. Ein nicht abgetauter Gefrierschrank läuft im Wagen aus.
Waschmaschine vorbereiten. Wasser ablassen, Transportsicherung einsetzen. Ohne Transportsicherung kann die Trommel Schaden nehmen.
Restliche Kartons packen, bis auf den täglichen Bedarf.
Notfallkiste packen. Diese eine Kiste fährt im eigenen Auto mit: Werkzeug, Toilettenpapier, Handtücher, Seife, Ladekabel, Bettwäsche, Medikamente, Schere, Glühbirnen. Am ersten Abend werden Sie froh darüber sein.
Zählerstände notieren: Strom, Gas, Wasser, am besten mit Foto und Datum.
Übergabetermin mit dem Vermieter bestätigen.
Neue Wohnung vorbereiten. Muss vor dem Einzug gestrichen oder ein Boden verlegt werden? Das geht deutlich einfacher, solange die Wohnung leer ist.
Der Umzugstag
Morgens: Wege freihalten, Böden abdecken, Halteverbotszone kontrollieren. Steht dort trotz Beschilderung ein Auto, rufen Sie die Polizei oder das Ordnungsamt.
Während des Umzugs: Bleiben Sie erreichbar. Fragen kommen laufend, und eine schnelle Antwort spart Zeit.
Alte Wohnung: Übergabeprotokoll gemeinsam mit dem Vermieter ausfüllen. Mängel und Zählerstände eintragen, beide unterschreiben, eine Kopie mitnehmen. Fotografieren Sie jeden Raum nach dem Ausräumen.
Schlüssel: Alle Schlüssel zurückgeben, auch nachgemachte. Die Anzahl gehört ins Protokoll.
Neue Wohnung: Zählerstände notieren, Möbel aufbauen, Schäden sofort melden, nicht erst am nächsten Tag.
Nach dem Umzug
Innerhalb von zwei Wochen ummelden. Die Frist gilt bundesweit, bei Versäumnis droht ein Bußgeld. Sie brauchen Ihren Ausweis und die Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters.
Umzug der Zulassungsstelle melden. Die neue Adresse kommt in die Fahrzeugpapiere. Ihr Kennzeichen können Sie behalten, auch wenn Sie in einen anderen Landkreis ziehen.
Adresse überall ändern: Bank, Versicherungen, Arbeitgeber, Krankenkasse, Finanzamt, Rundfunkbeitrag, Abos, Vereine, Hausarzt.
Restentsorgung: Kartons, Verpackungsmaterial und alles, was in der alten Wohnung übrig geblieben ist.
Alte Wohnung abschließen: Kaution, Nebenkostenabrechnung und die Endabrechnung der Versorger im Blick behalten.
Häufige Fragen
Acht Wochen vorher, sobald die Kündigung raus ist. Der Grund ist weniger der Aufwand als die Verfügbarkeit: Umzugsfirmen, Halteverbotszonen und Sperrmüllabholungen haben Vorlaufzeiten.
Die Monatsmitte unter der Woche. Zum Monatsende wechseln die meisten Mietverträge, dann sind Umzugsfirmen stark gebucht.
Als grobe Faustregel 10 bis 15 pro Person. Bei vielen Büchern oder einer großen Küche deutlich mehr.
Das hängt vom Mietvertrag ab. Viele Klauseln zu Schönheitsreparaturen sind unwirksam, vor allem wenn Sie die Wohnung unrenoviert übernommen haben. Klären Sie es vor der Übergabe.
Das hängt vor allem von Menge, Etage und Entfernung ab. Was Umzugsfirmen am Markt verlangen, steht in unserem Ratgeber Was kostet ein Umzug?.